Aktionsplanprojekt: Forschungsausstattung, Sozialkapital und Gender an der UZH

Die Gleichstellungskommission hat im Rahmen des Aktionsplans 2013–2016 ein eigenes Projekt durchgeführt. Die Leitung dieses Projekt lag bei Prof. Dr. Katja Rost und Prof. Dr. David Seidl.

Das Projekt «Forschungsausstattung, Sozialkapital und Gender an der UZH» setzte sich mit den Rahmenbedingungen der Arbeits- und Forschungssituation von Professorinnen und Professoren auseinander.

Ziel und Fragestellungen

Das Ziel des Projekts war, mögliche vorhandene Ungleichheiten aufzudecken und deren Ursachen zu erforschen.

Zentrale Fragen waren:

  • Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich der Forschungsbedingungen und des Sozialkapitals an der UZH?
  • Falls geschlechtsspezifische Unterschiede in den Forschungsbedingungen und im Sozialkapital festgestellt werden, inwiefern lassen sich erstere durch Sozialkapitaleffekte erklären?

Ausgangslage

An der UZH hat der Frauenanteil unter den Studierenden den Männeranteil mittlerweile übertroffen. 2013 lag der Frauenanteil gemäss Gleichstellungsmonitoring bei 58%. Im Bereich Professuren blieb eine solche Angleichung bisher jedoch aus.

Im Jahr 2013 lag der Frauenanteil bei Professuren an der UZH (inkl. Assistenzprofessuren) lediglich bei 20%. Zwar ist dies ein Fortschritt zu den vorangehenden Jahren, doch sind Frauen auf den oberen Ebenen der Universität weiterhin unterrepräsentiert.

Durchführung des Projekts

Das Projekt startete im Jahr 2013. Einerseits wurde eine vermutete Korrelation zwischen dem Professorinnenanteil und der Dauer bis zur Beförderung in den Fakultäten geprüft und bestätigt. Andererseits wurden eine Lohngleichheitsanalyse und eine Analyse der Beförderungsdauer von Frauen und Männern auf Stufe Professur durchgeführt. Grundlage für die Analyse waren alle (Einstiegs-)Löhne von Professorinnen und Professoren zwischen 2005 und 2015.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie sind insgesamt im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter sehr erfreulich.

Es konnte ermittelt werden, dass es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Löhnen und den Forschungskrediten der Professorinnen und Professoren an der Universität Zürich gibt. Im Detail heisst dies: Die Lohnstufenbeförderungen unterscheiden sich zwischen Männern und Frauen nicht. Auch werden beide Geschlechter in gleichem Ausmass mit Forschungskrediten unterstützt.

Einzig beim Einstiegslohn bei ordentlichen Professuren ist ein kleiner Unterschied zugunsten der Professoren nachzuweisen. Dieser Unterschied kann allerdings auf unterschiedliche Qualifikationen zurückgeführt werden. Auf den übrigen Professurstufen waren keine Unterschiede bei den Einstiegslöhnen festzustellen.

Die Studie hat auch gezeigt, dass hinsichtlich der Beförderungsgeschwindigkeit geschlechtsspezifische Unterschiede vorhanden sind. So brauchen Professorinnen an Fakultäten mit geringem Frauenanteil doppelt so viel Zeit wie Professoren, um von einer ausserordentlichen auf eine ordentliche Professur zu kommen.

Erste konkrete Massnahmen zur weiteren Erhöhung des Frauenanteil auf Stufe Professur sind bereits ergriffen worden.

Gesuchstellende

Hauptgesuchstellerin: Prof. Dr. Katja Rost
Funktion: Ordentliche Professorin
Institution: Institut für Soziologie

Mitgesuchsteller: Prof. Dr. David Seidl
Funktion: Ordentlicher Professor
Institution: Institut für Betriebswirtschaftslehre

Mitgesuchstellerin: Gleichstellungskommission der Universität Zürich
Funktion: Akademische Kommission
Institution: Geschäftsstelle bei der Abteilung Gleichstellung