Lesung von Prof. Dr. Senta Troemel-Ploetz 2016

Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Senta Troemel-Ploetz kritisiert die Unterdrückung von Frauen durch Sprache. In ihrer Lesung an der UZH zeichnete sie nach, wie die historischen Leistungen von talentierten Frauen unsichtbar gemacht wurden und wies auf die Aktualität dieses Phänomens hin.

«Sie arbeitet - er ist das Genie: eine Collage»

Prof. Dr. Senta Troemel-Ploetz, eine der Begründerinnen der feministischen Sprachwissenschaft in Deutschland, kam auf Einladung der Gleichstellungskommission und der Abteilung Gleichstellung für eine Lesung an die UZH. Etwa 65 Personen haben die Lesung mit dem Titel «Sie arbeitet - er ist das Genie: eine Collage» besucht, unter ihnen drei Männer.

Die Leiterin der Abteilung Gleichstellung, Dr. Christiane Löwe, erzählte in ihrer Einführung, dass in ihrer Studienzeit an der Universität Konstanz die Schriften von Senta Troemel-Ploetz zur feministischen Linguistik bis in die Chemielabore drangen. Professorin Tatiana Crivelli Speciale, Präsidentin der Gleichstellungskommission, zitierte Einwände gegen eine gendergerechte Sprache, und zeigte auf, dass diese seit 30 Jahren unverändert geäussert werden.

Senta Troemel-Ploetz porträtierte in ihrer Lesung Mileva Einstein-Marić, Sophie Taeuber-Arp und weitere Frauen, die im Schatten ihrer bekannten Ehemänner standen, und spannte den Bogen bis ins Hier und Jetzt.

Geniale Frauen von damals und heute, die nicht anerkannt werden, brächen ihr das Herz, sagte Prof. Dr. Senta Troemel-Ploetz: «Wenn wir es zulassen, dass Historiker Frauennamen und Frauenstimmen und Frauenwerke totschweigen, dann sind wir daran beteiligt, dass Frauen nichts zu sagen haben und Männer überhöht werden.» Dann würden sich die Männer verdoppeln, während die Frauen vergessen werden.

 

Podcast zur Lesung