Gleichstellung

Diversity

Die Universität ist per definitionem ein Ort der Inklusion, der Zugehörigkeit, der Gemeinschaft. Die Kernaufgabe der Universität besteht darin, fachlich interessierte und hinreichend qualifizierte Köpfe im wissenschaftlichen Dialog zusammenzuführen.

Die Tatsache ist, dass der Zugang zu dieser "Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden" für bestimmte Personen schwieriger ist als für andere, Interesse und Qualifikation hin oder her. Die formale Gleichberechtigung ist zwar gewährleistet, doch die Hindernisse der alltäglichen Praxis sind vielfältig - etwa für Personen, die zu wenig Geld haben oder für Personen, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts mit spezifischen Rollenbildern und Barrieren zu kämpfen haben.

 

Veranstaltung Diversity in University

An der Veranstaltung "Diversity in University" referierten und diskutierten Expertinnen und Experten über Diversitäten wie Behinderung und Gleichstellung von Frau und Mann im Universitätsbereich.
Die vier Referate sowie die Podiumsdiskussion "Diversity in University" wurden aufgezeichnet und sind als Podcasts aufgeschaltet.

Podiumsdiskussion

Die Podiumsteilnehmenden äussersten sich in der ersten Runde zu der Frage "Was
bedeutet Diversitätsmanagement im Universitätsalltag?". Anhand konkreten Beispielen wie Lehrbücher umschreiben, Stellenbesetzung komplementär zu den eignen Stärken vollziehen, Potential von Männern und Frauen einbinden, etc. wurde diese Frage beantwortet. Welche Schlüsse die Universität Zürich aus dem Vorgetragenen und der Diskussion zieht, beantwortete Herr Fischer, Rektor der Universität Zürich, mit einer konkreten Aussage: "Solange ich Rektor bin, wird es an der Universität Zürich keine Fachstelle Diversität geben (...)". Vielmehr soll die bisherige Strategie der Fachstellen Gleichstellung, Behinderung und Studium sowie der Abteilung Internationale Beziehungen fortgeführt werden (Podcast 25 Min. und 38 Min. und Folgende).

Podcast des Podiums "Diversity in University" (75 Minuten)

Podiumsteilnehmende
v.l.n.r.: Frau Tag, Frau Christen, Herr Fischer und
Frau Beisiegel (13.1.2011)
Podiumsteilnehmende:

Prof. Dr. Andreas Fischer
Prof. Dr. Brigitte Tag,
Prof. Dr. Martin Hilb und Dr. Nils Jent,
Prof. Dr. Regine Bendl,
Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und
Prof. Dr. Heiner Schanz.

Moderation durch Nathalie Christen

Vortrag Gleichstellungskonzepte als Qualitätskriterium

Qualitätskriterien sind veränderbar. Prof. Dr. Ulrike Beisiegel erklärte, wie sie als Gutachterin das Qualitätsbild durch Geschlechtergleichstellungskriterien und andere Diversitätsmerkmale erweitern möchte. Diversität sei ein Mehrwert, weil neben den angepassten vor allem neue Komponenten dazu kommen (15 Min.). Wichtig ist ihr, dass mit dem Einbezug von anderen Kulturen und Kompetenzen eine Entschleunigung stattfindet. Diese hilft mit, die Qualität zu verbessern (18 Min.). Ihr Fazit lautet: "Objektiv positiv, subjektiv müssen Frauen ein anderes Selbstverständnis entwickeln (...)" und die heutigen Führungspersönlichkeiten müssen Professorinnen als positive Vorbilder vorstellen, um junge Frauen für die Übernahme von Machtpositionen zu motiveren (28 Min. und Folgende).

Podcast des Vortrages Gleichstellungskonzepte als Qualitätskriterium (33 Minuten)

Beisiegel
Prof. Dr. Ulrike Beisiegel ist seit 2011 Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen. Seit 2005 ist sie Ombudsfrau der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 2006 bis 2010 war sie Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission im Wissenschaftsrat Deutschland.
Sie studierte Biologie an der Wilhelms-Universität Münster und der Philipps-Universität Marburg sowie Humanbiologie im Fachbereich Medizin der Universität Marburg, wo sie auch promovierte. Ihre Habilitation folgte im Fach Biochemie. 1996 Ernennung zur Professorin an der Universität Hamburg.

Vortrag Gender und Diversity Management als Führungsaufgabe

Prof. Dr. Heiner Schanz ist als Vizerektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg für die Themen Gleichstellung und Vielfalt verantwortlich (5 Min. und Folgende). Er erklärt, dass Gender- und Diversity-Themen an der Universität Freiburg querschnittsorientiert verankert, top-down getragen, zielgerichtet bottom-up umgesetzt und nachhaltig implementiert wurden. Dies, indem die Strukturen und Prozesse im Gleichstellungsfeld neu ausgerichtet und das Themenfeld inhaltlich um den Vielfaltsaspekt erweitert wurden (11 Min. und Folgende). "Eigentlich haben schon immer nur Männer Gleichstellungspolitik gemacht, nicht Frauen. Die waren engagiert in Gruppen, aber die Männer haben die Politik gemacht" (15 Min.).

Podcast des Vortrages Gender und Diversity Management als Führungsaufgabe (31 Minuten)

Schanz
Prof. Dr. Heiner Schanz ist seit 2009 Vizerektor und hauptamtlicher Prorektor für Lehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Er ist verantwortlich für die
Angelegenheiten des Studiums und der Lehre, u.a. für die Themen Gleichstellung und Vielfalt sowie für Kommunikations- und Organisationsentwicklungsprozesse. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität Freiburg i.Br. und promovierte an derselben. Seit 2004 ist er Professor für Märkte der Wald- und Holzwirtschaft der Universität Freiburg i.Br.

Vortrag Geschlechtergleichstellung und Diversity Management

Frau Prof. Dr. Regine Bendl geht der Frage nach, was aus der Gleichstellung der Geschlechter an Universitäten wird, wenn nun auch andere Dimensionen wie z.B. Migrationshintergrund, Alter, etc. in den Mittelpunkt universitärer strategischer Planung rücken (23 Min. und Folgende). Danach erfolgt eine Gegenüberstellung von Geschlechtergleichstellungskonzepten und Diversity Management anhand folgender Kriterien: Ziel, Nutzung, Form des Ansatzes, Fokus, Nebenwirkungen und Strategie.

Podcast des Vortrages Geschlechtergleichstellung und Diversity Management (36 Minuten)

Bendl
Prof. Dr. Regine Bendl ist seit 2004 a.o. Universitätsprofessorin am Departement für Management der Wirtschaftsuniversität Wien (Abteilung Gender und Diversitätsmanagement). Sie ist als Präsidentin der Austrian Society for Diversity tätig und Herausgeberin von „Diversitas“ – Zeitschrift für Managing Diversity und Diversity Studies sowie dem International Journal „Equality, Diversity and Inclusion“.
Sie studierte Handelswissenschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Im Jahr 2004 habilitierte sie an derselben Universität.

Vortrag Diversity Management

Zu Beginn des Vortrages von Prof. Dr. Martin Hilb und Dr. Nils Jent zum Thema Diversity Management stellen sie den Lebensweg von Herrn Jent vor. Dieser hatte mit 18 Jahren einen schweren Motoradunfall und ist seither dreifachbehindert. Er selbst beantwortet Fragen des Publikums, unter anderem was sein Institut tun musste, damit es möglich wurde, dass er dessen Leitung übernehmen konnte (17 Min.) Gemeinsam entwickelten sie die Optima-Diversity-Scheibe, welche mehr als die sozialen Merkmale zeigt (20 Min. und Folgende). "Diversity ist nur dann ein Vorteil, wenn wir unsere eigenen Sonnen- und Schattenseiten sowie die der Kolleginnen und Kollegen kennen", sagt Prof. Dr. Hilb.
Podcast des Vortrages Diversity Management (36 Minuten)

Diversity-Optima-Scheibe

Prof. Dr. Martin Hilb
Prof. Dr. Martin Hilb ist Leiter des Instituts für Führung und Personalmanagement sowie Ordinarius an der Universität St. Gallen. Er verfügt über Leitungserfahrung in Board- und HR-Seminaren sowie über Beratungserfahrung in 60 Ländern.
Er studierte Politikwissenschaften an der Universität Genf und Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen, wo er promovierte und habilitierte.
Dr. Nils Jent
Dr. Nils Jent ist seit 2001 Leiter des Diversity Centers am Institut für Führung und Personalmanagement an der Universität St. Gallen und Lehrbeauftragter sowie Dozent für diesen Fachbereich.
Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und promovierte 2002 an dieser Universität.

Programm

Programmübersicht und
Grussworte

Podiumsbild

v.l.n.r.: Herr Hilb, Herr Jent, Frau Tag und Frau Christen, Teilnehmende des Podiums "Diversity in University".

"Nicht Menschen, sondern Strukturen verändern"

Artikel zur Veranstaltung "Diversity in University" verfasst von Roland Gysin, UZH News am 18.1.2011.

Journal_Nr.1_2011

Eine exquisite Mixtur

Wie Diversität zur Qulle für Kreativität wird (Leitartikel) sowie ein kurzes Interview mit Prof. Dr. Heiner Schanz zum Thema Studierende mit Migrationshintergrund (Seite 11).

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